Nach der anhaltenden Hitze müssen sich die Menschen in Nordrhein-Westfalen auf einen deutlichen Wetterumschwung einstellen. Bereits ab den Mittagsstunden steigt das Risiko für teils schwere Gewitter, die örtlich Unwettercharakter annehmen können. Meteorologen warnen vor orkanartigen Böen, Starkregen und Hagel.

Während am Vormittag vielerorts noch sommerliches Wetter herrscht, zieht von Südwesten der Ausläufer eines Tiefdruckgebietes über der Nordsee auf. Mit ihm erreicht zunehmend feuchte und instabile Luft die Region. Im Laufe des Nachmittags entwickeln sich daraus örtlich kräftige Gewitter.

Orkanböen bis 140 km/h möglich

Die größte Gefahr geht von den teils extremen Windböen aus. Bei den Gewittern sind verbreitet Sturmböen bis schwere Sturmböen zwischen 80 und 100 km/h möglich.

Besonders in einem Streifen vom Sauerland und Siegerland über Ostwestfalen bis ins östliche Münsterland und Mindener Land können sich einzelne Gewitterzellen besonders stark entwickeln. Dort sind Orkanböen zwischen 120 und vereinzelt bis zu 140 km/h nicht ausgeschlossen.

Zusätzlich drohen:

  • Starkregen mit bis zu 15 Litern pro Quadratmeter in kurzer Zeit
  • örtlich bis zu 25 Liter pro Quadratmeter bei kräftigeren Gewittern
  • Hagel mit Korngrößen bis etwa 2 Zentimeter

Die Gewitter ziehen voraussichtlich am Abend rasch nach Nordosten ab und schwächen sich dabei ab.

Auch abseits der Gewitter stürmisch

Nicht nur Gewitter bringen Wind. Bereits ab Donnerstagmittag können auch in Schauernähe kräftige Böen auftreten.

Erwartet werden:

  • im Westen Böen zwischen 65 und 85 km/h
  • im Osten schwere Sturmböen bis 100 km/h

Lose Gegenstände wie Gartenmöbel, Sonnenschirme oder Trampoline sollten rechtzeitig gesichert werden.

Freitag erneut Gewitter möglich

Nach einer kurzen Wetterberuhigung am Freitagvormittag nimmt die Gewittergefahr am Nachmittag erneut zu.

Dann sind möglich:

  • Sturmböen zwischen 65 und 85 km/h
  • Starkregen mit 15 bis 25 Litern pro Quadratmeter innerhalb einer Stunde
  • Hagel

Lokal besteht erneut Unwettergefahr. Vereinzelt können 35 Liter Starkregen in kurzer Zeit fallen. In besonders intensiven Gewittern sind sogar 40 Liter innerhalb einer Stunde oder bis zu 50 Liter innerhalb von zwei bis drei Stunden nicht ausgeschlossen.

Hitze belastet den Kreislauf

Vor den Gewittern wird es vielerorts nochmals sehr warm. Die starke Wärmebelastung erhöht zusätzlich das Risiko für Kreislaufprobleme.

Experten empfehlen:

  • ausreichend trinken
  • körperliche Anstrengungen vermeiden
  • Aufenthalte in der prallen Sonne möglichst einschränken

Verhalten bei Unwetter

Sobald sich ein Gewitter nähert, sollten Sie:

  • Gebäude oder feste Unterstände aufsuchen
  • Wälder, Parks und offene Flächen meiden
  • Fahrzeuge möglichst nicht unter Bäumen abstellen
  • lose Gegenstände im Außenbereich sichern
  • Unterführungen und überflutete Straßen meiden
  • aktuelle Wetterwarnungen aufmerksam verfolgen

Fazit:
Nach der drückenden Hitze droht am Nachmittag eine gefährliche Unwetterlage. Regional können heftige Gewitter mit Sturmböen, Hagel, Starkregen und vereinzelt sogar Orkanböen bis 140 km/h auftreten. Wer im Freien unterwegs ist, sollte die Wetterentwicklung genau beobachten und rechtzeitig Schutz suchen.

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