Kerpen: Der Bürgermeister der Kolpingstadt Kerpen, Thomas Jurczyk, und der Leiter der Feuerwehr Kerpen, Branddirektor Andre Haupts, stellten am Dienstag, 14. Juli 2026, nach mehrmonatiger Ausbildung und intensiven Übungen die neue Atemschutz-Notfall Trainierte-Staffel (ANTS) der Feuerwehr Kerpen offiziell in Dienst.
Im Rahmen der Indienststellung demonstrierten die Mitglieder der ANTS ihre Fähigkeiten zudem bei einer realitätsnahen Live-Übung. Dabei konnte sich Bürgermeister Thomas Jurczyk unmittelbar einen Eindruck von der Arbeitsweise der Staffel, den abgestimmten taktischen Abläufen und den besonderen Anforderungen bei der Rettung verunfallter Atemschutzgeräteträger verschaffen.
Die stadtweit einsetzbare Staffel besteht aus rund 30 speziell ausgebildeten Einsatzkräften der Löschzüge Sindorf und Türnich/Balkhausen. Geleitet wird die ANTS von Brandoberinspektor Markus Nattmann. Unterstützt wird er von seinen beiden Stellvertretern, Brandoberinspektor Oliver Wilkens und Oberbrandmeister Manuel Heyn. Gemeinsam verantworten sie die fachliche und organisatorische Führung der neuen Spezialeinheit sowie die kontinuierliche Aus- und Fortbildung der Mitglieder.
Die ANTS kommt insbesondere bei Bränden in weitläufigen, unübersichtlichen oder schwer zugänglichen Gebäuden zum Einsatz. Ihre Aufgabe besteht darin, die Sicherheit der unter Atemschutz eingesetzten Feuerwehrangehörigen weiter zu erhöhen und Atemschutzgeräteträger zu retten, die während eines Einsatzes selbst in eine Notlage geraten.
Grundsätzlich wird bei jedem Atemschutzeinsatz ein Sicherheitstrupp bereitgestellt. Bei besonders komplexen Einsatzlagen, langen Angriffswegen oder mehreren gleichzeitig eingesetzten Atemschutztrupps kann dieser jedoch an seine personellen und taktischen Grenzen stoßen. Genau für solche Einsatzlagen wurde die ANTS geschaffen.
Durch ihre zusätzliche Spezialausbildung, einheitliche taktische Standards und eine speziell abgestimmte Ausrüstung kann die Staffel mehrere lebensrettende Maßnahmen gleichzeitig durchführen. Dazu gehören die systematische Suche nach verunfallten Einsatzkräften, die Sicherstellung oder Wiederherstellung der Atemluftversorgung, die medizinische Erstversorgung sowie die schnelle und sichere Rettung aus dem Gefahrenbereich.
Der besondere Vorteil der ANTS liegt im eingespielten Zusammenspiel ihrer speziell ausgebildeten Mitglieder. Während ein Trupp nach einer vermissten Einsatzkraft sucht und deren Atemluftversorgung sicherstellt, bereiten weitere Kräfte gleichzeitig den Rettungsweg vor, beseitigen Hindernisse und unterstützen die Rettung aus dem Gefahrenbereich. Dadurch können wichtige Maßnahmen parallel durchgeführt und wertvolle Zeit gewonnen werden.
„Der Atemschutzeinsatz gehört zu den anspruchsvollsten und zugleich gefährlichsten Aufgaben der Feuerwehr. Mit der ANTS schaffen wir eine zusätzliche Sicherheitsebene für unsere Einsatzkräfte. Gerade bei großen, unübersichtlichen und dynamischen Einsatzlagen können wir künftig noch schneller und strukturierter auf Atemschutznotfälle reagieren und die Rettung verunglückter Einsatzkräfte wirkungsvoll unterstützen“, erklärt der Leiter der Feuerwehr Kerpen, Branddirektor Andre Haupts.
Gleichzeitig betont die Leitung der Feuerwehr, dass sie hofft, die neue ANTS niemals bei einem realen Atemschutznotfall einsetzen zu müssen. Das oberste Ziel aller Einsatzkräfte ist es, Unfälle durch eine sorgfältige Einsatzvorbereitung, konsequente Ausbildung und die Einhaltung bewährter Sicherheitsstandards von vornherein zu vermeiden. Sollte es dennoch zu einer Notlage kommen, steht mit der ANTS künftig eine speziell ausgebildete Einheit bereit, um schnell, professionell und wirkungsvoll Hilfe zu leisten.
Auch Bürgermeister Thomas Jurczyk begrüßte die Indienststellung der neuen Spezialeinheit. Er würdigte insbesondere das außergewöhnliche Engagement der ehrenamtlichen Feuerwehrangehörigen aus den Löschzügen Sindorf und Türnich/Balkhausen. Diese hätten die anspruchsvolle Zusatzausbildung neben Beruf, Familie und dem regulären Übungs- und Einsatzdienst absolviert und damit einen wichtigen Beitrag zur Sicherheit aller Einsatzkräfte geleistet. Sein Dank galt zugleich der Leitung der ANTS, den Ausbildern sowie allen Beteiligten, die die Entwicklung des Konzepts und die Durchführung der Ausbildung ermöglicht haben.
Der Aufbau der neuen Einheit wurde über einen längeren Zeitraum intensiv vorbereitet. Dabei erhielt die Feuerwehr Kerpen dankenswerterweise die Gelegenheit, die ANTS der Berliner Feuerwehr kennenzulernen und sich das dortige Konzept ausführlich vorstellen zu lassen. Die dabei gewonnenen fachlichen Erkenntnisse flossen in die Entwicklung des Kerpener Konzeptes ein.
Der offiziellen Indienststellung ging eine mehrmonatige und intensive Ausbildung voraus. In mehreren Ausbildungsmodulen wurden die Teilnehmer gezielt auf Atemschutznotfälle und besonders anspruchsvolle Einsatzlagen vorbereitet. Zu den Ausbildungsinhalten gehörten spezielle Such- und Rettungstechniken, der Einsatz als Sicherheitstrupp, die Sicherstellung der Atemluftversorgung sowie die Rettung verunfallter Atemschutzgeräteträger aus verrauchten, verwinkelten oder schwer zugänglichen Gebäuden.
Ein besonderer Schwerpunkt lag auf realitätsnahen Übungen unter Nullsicht, hoher körperlicher Belastung und erheblichem Zeitdruck. Dabei mussten die Einsatzkräfte als eingespieltes Team handeln, eine klare Kommunikation sicherstellen und die festgelegten taktischen Abläufe auch unter schwierigen Bedingungen zuverlässig umsetzen.
Mit der offiziellen Indienststellung der ANTS baut die Feuerwehr Kerpen ihre Fähigkeiten im Atemschutznotfallmanagement konsequent weiter aus. Durch die enge Zusammenarbeit der Löschzüge Sindorf und Türnich/Balkhausen steht künftig eine leistungsfähige, speziell ausgebildete und stadtweit einsetzbare Staffel zur Verfügung, die bei entsprechenden Einsatzlagen frühzeitig alarmiert werden kann.
Die Feuerwehr Kerpen bedankt sich bei der Leitung der ANTS, allen teilnehmenden Einsatzkräften, den Ausbildern sowie allen weiteren Unterstützern, die mit ihrem Engagement maßgeblich zur Entwicklung des Konzepts sowie zur Vorbereitung und Durchführung der Ausbildung beigetragen haben.