V.l.n.r.: Frank Hergarten, Cord Meyer, Winfried Kranz-Pitre, Frank Peter Ullrich, Sonja Erdmann, Florian Reiterer, Michael Weckauf, Kim Hermann ___

Düren: Längere Trockenperioden und steigende Temperaturen machen den Schutz des Stadtgrüns zu einer immer wichtigeren Aufgabe. Um den Folgen des Klimawandels mit innovativen Lösungen zu begegnen, entwickeln die Stadt Düren und die WIN.DN GmbH im Rahmen des Innovationsquartiers Düren digitale Anwendungen für eine nachhaltige Stadtentwicklung. Die smarte Baumbewässerung ist ein Projekt, das diesen Ansatz im Alltag sichtbar macht.

Im Umfeld von Schloss Burgau startet deshalb jetzt ein Pilotprojekt zur smarten Baumbewässerung. Das Vorhaben verbindet digitale Sensorik mit dem Engagement der Bürgerinnen und Bürger. Es trägt dazu bei das Stadtgrün bedarfsgerecht und ressourcenschonend zu bewässern und dadurch die Aufenthaltsqualität zu erhöhen. Insgesamt elf Sensoren messen die Bodenfeuchtigkeit in drei Bereichen vor dem Friedhofseingang. Dort befinden sich insgesamt 30 Bäume, deren Wasserbedarf kontinuierlich erfasst wird. Bürgerinnen und Bürger können die Bäume bei Bedarf bewässern und damit zum Erhalt des Stadtgrüns beitragen.

„Unsere Bäume leisten einen wichtigen Beitrag für das Stadtklima in Düren. Gerade in einem Sommer wie diesen, sind sie auf unsere Unterstützung angewiesen. Mit diesem Projekt verbinden wir moderne Technik mit dem Engagement unserer Bürgerinnen und Bürger. So kann jeder einen einfachen, aber wirkungsvollen Beitrag zum Klimaschutz vor Ort leisten“, sagt Bürgermeister Frank Peter Ullrich.

Ein Hinweisschild am Standort informiert über das Projekt und führt per QR-Code zu einer eigens eingerichteten Internetseite. Dort werden die einzelnen Bäume sowie die jeweils gemessene Bodenfeuchtigkeit dargestellt. Zusätzlich zeigt die Anwendung an, ob eine Bewässerung aktuell sinnvoll ist.

Für die Bewässerung stehen Gießkannen sowie ein Wasserspender bereit. Über einen Druckknopf wird jeweils eine begrenzte Wassermenge abgegeben. So wird verhindert, dass Wasser unnötig verloren geht. Nach dem Gießen kann die erfolgte Bewässerung direkt über die Website dokumentiert werden. Da das Wasser zunächst im Boden versickern und bis zum Messbereich der Sensoren gelangen muss, verändert sich der angezeigte Messwert erst zeitversetzt.

Aktuell befindet sich das Projekt in der Phase der Inbetriebnahme. In den kommenden Wochen werden die Sensoren auf die örtlichen Bodenverhältnisse abgestimmt und die Schwellenwerte für den Bewässerungsbedarf weiter kalibriert. Die dabei gewonnenen Daten und Erfahrungen fließen kontinuierlich in die Weiterentwicklung der Anwendung ein. Perspektivisch sollen auch Wetterprognosen berücksichtigt werden, damit bevorstehende Niederschläge in die Bewertung des Bewässerungsbedarfs einfließen können.

Die smarte Baumbewässerung ist Teil unserer Strategie, digitale Anwendungen im Innovationsquartier Düren unter realen Bedingungen zu entwickeln und zu erproben. Solche Pilotprojekte zeigen, wie intelligente Infrastruktur dazu beitragen kann, den Herausforderungen des Klimawandels zu begegnen und gleichzeitig den Strukturwandel durch konkrete Anwendungen für die Menschen vor Ort erlebbar zu machen“, erklärt Winfried Kranz-Pitre, Geschäftsführer der WIN.DN.

Die smarte Baumbewässerung ist eines von mehreren Smart-Infrastructure-Pilotprojekten, mit denen im Rahmen der Entwicklung des Innovationsquartiers Düren digitale Anwendungen unter realen Bedingungen getestet werden. Das Projekt hilft nicht nur dabei, Stadtgrün ressourcenschonend zu erhalten. Es liefert zugleich wertvolle Erkenntnisse darüber, wie intelligente Sensorik künftig für eine nachhaltige, klimaresiliente und digitale Stadt eingesetzt werden kann. Die Erfahrungen aus dem Pilotbetrieb fließen direkt in die Smart-City-Entwicklung des Innovationsquartiers Düren ein und schaffen die Grundlage für weitere innovative Anwendungen.

Die WIN.DN GmbH setzt das Projekt gemeinsam mit der Stadt Düren um. Technischer Umsetzungspartner ist die 4traffic SET GmbH, mit der die Smart-Infrastructure-Projekte im Rahmen des Strukturwandelprojekts IQD/ICD entwickelt und realisiert werden. Die Leitungspartner GmbH stellt mit dem LoRaWAN-Netz die technische Grundlage für die energieeffiziente Übertragung der Sensordaten bereit und unterstützt mit ihrer Expertise der Messdatenauslesung und -versendung weiterhin das Projekt.

Das Strukturwandelprojekt IQD/ICD wird durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages gefördert.

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