Düren. Epilepsie kann Menschen in nahezu jedem Lebensalter treffen. Eine gute Versorgung endet deshalb nicht mit der Diagnose oder der richtigen Medikation. Sie muss langfristig angelegt sein und unterschiedliche Lebensphasen ebenso berücksichtigen wie Fragen zu Schule, Beruf, Mobilität und Alltag.

Mit der neuen Ambulanten Spezialfachärztlichen Versorgung (ASV) Epilepsie erweitert das St. Augustinus-Krankenhaus in Düren-Lendersdorf sein neurologisches Angebot für Menschen mit Epilepsie im Kreis Düren und darüber hinaus.

Am Donnerstag, den 24. September 2026, um 15 Uhr wird das neue Versorgungsangebot im Rahmen einer Vortragsveranstaltung genauer vorgestellt. Sie findet im Medizinischen Zentrum am St. Augustinus-Krankenhaus in der Renkerstraße 45 statt. Eingeladen sind Menschen mit Epilepsie, Angehörige und alle Interessierten. Die Teilnahme und das Parken sind kostenfrei.

„Epilepsie ist eine Erkrankung, die sehr unterschiedliche Ursachen und Erscheinungsformen haben kann. Entsprechend individuell muss auch die Behandlung sein“, sagt Frau Dr. med. Ummehan Ermis, Chefärztin der Neurologie am Lendersdorfer Krankenhaus. „Mit der ASV schaffen wir die Möglichkeit, Patientinnen und Patienten mit komplexeren Krankheitsverläufen ambulant spezialisiert und fachübergreifend zu betreuen.“

Ein besonderer Schwerpunkt der Veranstaltung liegt auf einer Phase, in der eine kontinuierliche medizinische Betreuung besonders wichtig ist. Dem Übergang von der Kinder- und Jugendmedizin in die Erwachsenenversorgung. Dr. med. Stefan Grothe, Chefarzt des Sozialpädiatrischen Zentrums (SPZ) am St. Marien-Hospital Düren, spricht unter dem Titel „Von der Jugend ins Erwachsenenalter mit Epilepsie“ über neue Wege der sogenannten Transition in Düren.

Damit rückt zugleich die Zusammenarbeit der beiden Dürener Krankenhäuser der JG Rur-Kliniken in den Mittelpunkt. Junge Menschen mit Epilepsie benötigen beim Wechsel in die Erwachsenenmedizin eine gut abgestimmte Weiterbehandlung. Die enge Verzahnung des SPZ am St. Marien-Hospital mit der Neurologie am St. Augustinus-Krankenhaus soll dazu beitragen, diesen Übergang möglichst kontinuierlich zu gestalten.

Anschließend erläutert Chefärztin Dr. Ermis unter der Überschrift „Epilepsie verstehen. Ursachen, Diagnostik und Behandlung“, wie Epilepsien entstehen und diagnostiziert werden, welche Möglichkeiten moderne Medikamente bieten und was bei Notfallsituationen und der Anfallskontrolle zu beachten ist.

Dass eine Epilepsie weit über medizinische Fragen hinausreicht, zeigt der dritte Vortrag. Dr. med. Tobias Große-Ophoff, Oberarzt der Neurologie, widmet sich den konkreten Auswirkungen der Erkrankung auf das tägliche Leben. Dabei geht es unter anderem um Autofahren, Beruf und Alltag mit Epilepsie. „Viele Fragen entstehen nicht im Behandlungszimmer, sondern im täglichen Leben“, erklärt Große-Ophoff. „Darf ich Auto fahren? Was muss ich im Beruf beachten? Wie gehe ich mit der Erkrankung im persönlichen Umfeld um? Gerade bei diesen Themen möchten wir Orientierung geben und Unsicherheiten abbauen.“

Im Anschluss an die Vorträge stehen die Referenten für Fragen der Gäste zur Verfügung.